Ein Minister, ein Vorstandsvorsitzender und mehrere Praktiker aus der Pflege. Sie tauschen sich aus und diskutieren über die Zukunft der Branche. Der Schwesternverband lud im Rahmen des „Tag der Pflege“ zu einer Podiumsdiskussion ein.
Unter dem Motto #pflege erleben veranstaltete der Schwesternverband im Rahmen des jährlich weltweit begangenen „Tag der Pflege“ eine Aktionswoche, in der Landes- und Bundespolitiker in den Einrichtungen des gemeinnützigen Trägers hospitieren konnten. Höhepunkt der Woche war aber eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der Pflege“ in Heusweiler. Dr. Magnus Jung, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit, war dazu in die Pflegeeinrichtung „Haus Antonius“ gekommen, und diskutierte hier mit dem Vorsitzenden des Saarländischen Schwesternverband e.V., Thomas Dane sowie weiteren Praktikern aus der Pflege: Annekarin Leismann als Regionalleiterin im Schwesternverband, Cornelia Kuhn, Praxisanleitung und Pflegefachkraft, Gilles Schlim, Auszubildender zum Pflegefachmann im zweiten Lehrjahr in einer Einrichtung für pflegebedürftige Menschen mit Beeinträchtigung, sowie Anja Hasmann, Betriebsrätin im Schwesternverband.
Zunächst wurde ein Ist-Stand erhoben. Moderator Klaus Diettrich befragte die Teilnehmer dazu, wie die Arbeitsrealität in der Pflege heute aussieht, wie sie den Arbeitsalltag erleben und wo aktuell die größten Belastungen und strukturellen Grenzen liegen. Der niedrige Personalschlüssel und dass den Pflegenden durch starre Strukturen und Dokumentationszwang die Hände und Zeit gebunden seien, waren hier einige der vorgebrachten Aussagen. Weiter ging es mit dem Thema, wie sich die Arbeit in der Pflege konkret verändern muss, wobei die Teilnehmer auch nach konkreten Lösungsvorschlägen suchten. Mehr Eigenverantwortung für die Pflegekräfte etwa oder das starre System neu aufzustellen wurden als Anregungen vorgebracht. Auch das Publikum – darunter Schüler, Pflegekräfte und interessierte Bürger – brachten sich in die Diskussion mit ein. Etwa der Betreiber eines Pflegedienstes, der seinen Unmut über die derzeitige Politik kundtat, ebenso wie ein Schüler, der bemängelte, dass zu wenig in die Pflege investiert würde. Sozialminister Dr. Magnus Jung betonte vor allem den Austausch, der zwischen den Praktikern und der Politik weiter und noch besser funktionieren müsse, damit die Politik handeln könne.